Kulturpuls im Kolpinghaus – Eine erste Bilanz

Kulturpuls im Kolpinghaus – Eine erste Bilanz

Wir können es noch nicht so ganz fassen: Der Rückbau ist abgeschlossen und alle Dinge wieder im Theater verstaut. Wir hatten eine intensive Zeit im Kolpinghaus und blicken auf eine hervorragende Zusammenarbeit mit allen Beteiligten zurück.

es ist noch nicht alles im Detail ausgewertet, aber schon jetzt lässt sich sagen: Der Kulturpuls hat gezeigt, welch hervorragende Zusammenarbeit der Forchheimer Kulturschaffenden möglich ist. Er hat gezeigt, dass sich das Kolpinghaus für eine große Bandbreite kultureller Veranstaltungen eignet. Und er hat gezeigt, dass das Publikumsinteresse auch bei einer hohen Frequenz von Kulturveranstaltungen in Forchheim da ist.

Breite Trägerschaft und Unterstützung

Der Kulturpuls war möglich, weil ihn alle Beteiligten wollten: vor allem die Kooperationspartner aus der Forchheimer Kulturszene (Gesellschaft zur Förderung von Kultur in Forchheim, Megafon e.V., Musikverein Forchheim-Buckenhofen, Liederverein Forchheim, Gesangsverein Eintracht-Reuth, Poetry Slam Forchheim, Tante Emma und die Bildenden Künstler Reiner Schütz, Harald Winter, Eva Winter und Robert Siebenhaar)und der Kolpinghausbauverein. Die Stadt Forchheim und viele Sponsoren (insbesondere Sparkasse Forchheim, Stadtwerke Forchheim, Spedition Pohl) haben den Kulturpuls finanziell unterstützt.  Ohne die Ehrenamtlichen, die in der Vorbereitung, Abwicklung und der Zeit dazwischen Unglaubliches geleistet haben, wäre er aber nicht möglich gewesen.

Trotz dieser breiten Unterstützung war ein hoher Publikumszuspruch notwendig, um das Projekt mit seinem Umfang von gut 30.000 Euro zu finanzieren. Wir sind glücklich und dankbar, dass dies funktioniert hat, und möchten uns auch bei unseren Besuchern bedanken, von denen viele häufiger als einmal zum Kulturpuls gekommen sind. Insgesamt konnten wir über 3000 Besucher im Kolpinghaus begrüßen und von unserer Kulturarbeit begeistern.

Veranstaltungsort mit sehr viel Potential

Die Veranstaltungen und die Rückmeldungen von Künstlern wie Publikum haben uns gezeigt, dass im Kolpinghaus – schon im jetzigen Zustand – die optimale Raumgröße für eine enorme Bandbreite an Veranstaltungen zu realisieren ist. Den unterschiedlichen Ansprüchen der Veranstaltungen kann man mit verhältnismäßig geringem Aufwand gerecht werden, etwa indem der Saal abgeteilt wird, eine andere Bestuhlungs- oder Bühnenvariante gewählt wird. Die Akustischen  Probleme ließen sich weitgehend lösen, mithilfe der Beleuchtung konnten wir eine tolle Atmosphäre schaffen.

Wir haben uns über viele Glücksmomente bei den einzelnen Veranstaltungen gefreut. Besonders die Vielfalt, die (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) auch ein Abbild der Forchheimer Kulturszene sein sollte, wurde hervorragend angenommen. Der Austausch zwischen den Verantwortlichen wie auch den Besuchern ist das, was ein Kulturzentrum  ausmacht. Diese Querverbindungen konnten wir erfahren, weil durch die enge Abfolge der Veranstaltungen immer wieder verschiedene Akteure im Kolpinghaus beispielsweise bei Umbau und Proben aufeinandertrafen. Außerdem gab es Gesprächsformate für den systematischen Austausch der Kulturschaffenden, die ebenfalls gut angenommen wurden.

Folgerungen für die Forchheimer Kulturdebatte

In Forchheim herrschte während des Kulturpuls ein kultureller Ausnahmezustand – der in anderen Städten längst Normalität ist. Und auch in Forchheim längst Realität sein könnte!

 

Wie kann sich das Kulturangebot in Forchheim nachhaltig auf diesem Niveau etablieren? Das ist eine Frage der Kulturräume und der Trägerschaft. Die Debatte darum konnten wir mit dem Kulturpuls bereichern: er war ein Beispiel, wie es gehen könnte:  Denn tatsächlich hat uns seit langer Zeit gestört, dass sich die Diskussion ausschließlich um möglichst hohe Sitzplatzzahlen, Standorte und Baukosten drehte, sämtliche Aspekte eines Nutzungskonzepts aber ausgeblendet wurden. Grundsätzlich muss aus unserer Sicht vor den Planungen die Frage beantwortet werden, ob ein Kulturzentrum oder ein situativer Veranstaltungsbetrieb mit externen Veranstaltern geschaffen werden soll. Wie sich ein Kulturzentrum anfühlen könnte, haben wir nun erlebt und gleichzeitig gezeigt, dass auch die übergeordnete Organisation eines solchen Kulturzentrums in freier Trägerschaft gelingen kann. Dauerhaft kann dies nicht allein im Ehrenamt funktionieren, mit einer Vernünftigen Grundausstattung an Personal und Infrastruktur kann aber ein hohes Maß an Ehrenamtlichkeit dauerhaft gesichert werden.

 

Der Kulturpuls hatte auch zum Ziel, möglichst viele Aspekte des von Megafon und Jungem Theater 2014 erarbeiteten Konzepts (Download) erlebbar zu machen. Die Erfahrungen damit haben uns am Festhalten an dieser Nutzungsart bestärkt.